
UdS-Studie
Es ist sinnvoll, die an der Planung von Produktionssystemen Beteiligten hinsichtlich der Berücksichtigung sicherheitsrelevanter und auf die spätere Wartung und Prüfung der Anlagen bezogener Aspekte zu sensibilisieren, diese Aspekte in die Planung zu integrieren und den Planern darüber hinaus geeignete Werkzeuge für diese Aufgabe zur Verfügung zu stellen.
Dies hat der Lehrstuhl für Fertigungstechnik / CAM der Universität des Saarlandes (UdS) in Form der vorliegenden Studie detailiert und interessierten Kreise in der vorliegenden Form zur Verfügung gestellt.
UdS Studie: Berücksichtigung sicherheitsrelevanter Aspekte bei der Planung von Produktionsanlagen (PDF 272 kb)
1. Ausgangssituation
Die Liberalisierung des Prüfmarktes durch die seit Oktober 2002 in Kraft getretene Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) ermöglicht Unternehmen, die Organisation ihrer Prüfungen an Anlagen und Betriebsmitteln unter neuen, betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten zu organisieren.War es bisher das Ziel von Anlagenbetreibern, gesetzliche Prüfungen im Hinblick auf die Erfüllung der Betreiberpflichten durchzuführen, so beginnt mit Inkrafttreten der neuen Betriebssicherheitsverordnung ein Paradigmenwechsel. An Stelle der erwähnten - mit konkreten Handlungsanweisungen und Prüffristen ausgestatteten - Verordnungen steht nun ein neues, offenes System. Ab dem 01. Januar 2006 können alle bis dahin akkreditierten Überwachungsstellen (ZüS) Neuanlagen prüfen.Für Unternehmen bedeutet dies, basierend auf einer individuellen Gefährdungsbeurteilung neue Strategien hinsichtlich der Prüfung von Arbeitsmitteln und überwachungsbedürftigen Anlagen zu entwickeln. Ziel ist es, Prüfungen nicht nur unter dem Aspekt der Erfüllung von Betreiberpflichten zu sehen, sondern Strategien und Methoden zu entwickeln, mit denen sich die Planung, Steuerung und Kontrolle der Prüfungen unter Kosten-, Leistungs- und Qualitätsgesichtspunkten optimieren lassen.
2. Methode der Balanced Scorecard
Eine Methode zur erfolgreichen überführung von Strategien in nachvollziehbare und messbare Leistungsfaktoren ist die Balanced Scorecard.
Die Balanced Scorecard bietet dem Management ein umfassendes Instrumentarium, um die Unternehmensvision und -strategie in ein geschlossenes Bündel von Leistungsmessfaktoren zu übertragen und somit für beteiligte Personen oder Organisationseinheiten nachvollziehbar zu machen.
Dadurch wird es Unternehmen ermöglicht, ausgehend von Ihrer Unternehmensstrategie Kennzahlen zu definieren, mit Hilfe derer eine rechtskonforme Unternehmensführung unter Leistungs-, Kosten- und Qualitätsgesichtspunkten ermöglicht wird.
Beispielhaft wird dabei eine (mögliche) Unternehmensstrategie hinsichtlich der Optimierung der Rechtskonformität von Prüfungen an Anlagen und Betriebsmitteln definiert, für deren Umsetzung eine spezifische Balanced Scorecard entwickelt wird. Darüber hinaus wurden weitere Kennzahlen definiert, die für die Realisierung alternativer Strategien herangezogen werden können.
Damit lassen sich letztlich nicht nur die Kosten für Prüfaufwände reduzieren sondern gleichzeitig auch der Grad der Rechtskonformität erhöhen.
3. Funktionalität
Die Balanced Scorecard (BSC) für die rechtskonforme Unternehmensführung wurde in enger Zusammenarbeit der MAQSIMA GmbH und der deltacon Unternehmensberatung zusammen mit den Sachverständigen des TÜV Saarland entwickelt.Das eigenständige Modul basiert auf dem Datenanalyse- und Reportingwerkzeug MAQSIMA Reporter (BO), einem Modul des Responsibility Management Systems MAQSIMA LAW. Mit Hilfe dieses Moduls können Daten aus MAQSIMA LAW in beliebiger Form extrahiert, analysiert, verdichtet und dargestellt werden.Der MAQSIMA Reporter (BO) wiederum basiert auf dem OLAP-Werkzeug Business Objects von BusinessObjects und nutzt dessen Konfigurationsmöglichkeiten um die Ergebnisse und Inhalte der BSC zu erzeugen.Wesentlich in diesem Zusammenhang ist, dass die Kennzahlen nicht in Form statischer Berichte erstellt werden sondern beim Aufruf dynamisch mit den aktuellen Inhalten der MAQSIMA LAW Datenbank gefüllt werden.Die Erstellung der Berichte kann dabei auch mit Hilfe des sog. Broadcast-Agents automatisiert erzeugt, versendet oder veröffentlicht werden (bspw. Erzeugung eines Berichtes jeden Montag oder bei einem bestimmten Ereignis (z.B. Grenzwertüberschreitung). Das Ausgabeformat kann dabei beliebig gewählt werden (z.B. .doc-, .xls- oder html-file).Der Einstieg in die Balanced Scorecard erfolgt über ein entsprechendes Portal. Von hier aus kann der Anwender durch die verschiedenen Perspektiven der Scorecard navigieren. Mit Hilfe der sog. Drill-down-Funktion können verdichtete Kennzahlen nach ihrem Ursprung aufgeschlüsselt werden. Das im Rahmen des Projektes entwickelte Kennzahlensystem enthält eine Reihe standardisierter Berichte und Analysen, so dass das System sofort (out-of-the-box-Konzept) einsetzbar ist.Abbildung: Portal der Balanced Scorecard [Klicken zum Vergrößern]Abfragen bzw. Berichte werden mittels drag-and-drop erstellt. Basis ist das so genannte Universum. Das Universum bildet die semantische Sicht auf die MAQSIMA LAW Datenbank. Im Universum werden Kennzahlen und Daten gemäß ihrer logischen Zusammenhänge strukturiert und können von hier aus zu individuellen Berichten zusammengesetzt werden.
Beispielhafte Berichte:



